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Ausschlaggebend für den Reicholzheimer Fasching war der 21.01.1950. An diesem Dienstag trafen sich auf die Idee von Anton Bund, Karl Maninger, Erich Oexner, Karl Speier, Alois Prokopp, Ludwig Schlör, Otto Friedlein, Oskar Oetzel, abends um 8 Uhr in der ehemaligen Gaststätte “Zur Traube”. Sie richteten einen Wagen für den nächtlichen Umzug mit Lampions und Buntpapier. Zwei Pferde zogen den schön geschmückten Wagen durch die Strassen und die Kirchenleute - vom 40stündigen Gebet (welches damals Brauch war)- kamen dazu. Alle lauschten den gereimten Versen, die von der Bütt verlesen wurden und aus der Feder von Anton Bund stammten. Nach dieser närrischen Aktion klang der Abend bis 24 Uhr in der “Traube” aus.
Im Jahr darauf wurde der Fasching im damaligen “Gasthof zum Bahnhof” bereits mit Fünferrat, einigen Büttenrednern, einer Einmannkapelle und viel Gaudi gefeiert. Sepp Schmidt hatte eingeladen und ein kleines Programm, eine Kopie der WCW, zusammengestellt. Rudolf Köhler -VfB Vorstand- und Sepp Schmidt erkannten in solchen Abenden die Möglichkeit die Finanzen der Sportler aufzupäppeln.
1952 begeisterten bereits Präsident -Rudolf Köhler-, ein Siebenerrat, männliche und weibliche Garde und ein Prinzenpaar die Zuschauer in dem Raum der neu gegründeten Winzergenossenschaft (Zehntscheuer). Auf Weinkisten sitzend und einer Papierkappe auf, ging es fröhlich bis in den Montagmorgen, da alle Sitzungen Sonntags stattfanden. Der Umkleideraum war über die Strasse in der Schneiderei von Josef Trabold(Schneiders Seppl).
1953 und 1954 wurden die närrischen Sitzungen auch noch in der sogenannten Kulturscheune ausgetragen und immer etwas ausgefeilter.
Im darauffolgenden Jahr 1955 wechselte man in die “Dezima”- Halle (Weberei Walther - heute TfA Dostmann Elektronik), was mit erheblichem Aufwand verbunden war, denn die Heizung war kaputt und die Aussenwände sehr kalt, um die gravierendsten Punkte zu nennen.
Ab 1956 bis 2003 war die 1. Reicholzheimer Turn- und Festhalle idealer Veranstaltungsort für die Fremdensitzungen. Von Jahr zu Jahr wurden die Sitzungen verfeinert und professioneller gestaltet, teu teu teu bisher mit vollem Erfolg.
Im Jahr 1977 wurde aus der Faschingsabteilung des VfB, unter Vorstand und Präsident Helmut Rummler, der Verein “RNC” - Reicholzheimer Narrenclub e.V. gegründet.
Die sehr gute Zusammenarbeit der beiden Vereine untereinander ist bis heute erhalten geblieben.
Ab 1980 war Alois Prokopp Sitzungspräsident, was er originell und gekonnt meisterte. Auch das Amt des ersten Vorsitzenden hatte er in dieser Zeit inne, eben eine echte Kapazität. Er verstand es “seine” Narren hinter sich zu scharen und es gelang Ihnen Jahr für Jahr was tolles auf der Bühne zu zeigen. Im Jahre 1993 lernte Alois seinen Nachfolger Wolfgang Winiki (“WW”) in seine neuen Aufgaben ein. Durch die Sitzung in diesem Jahr führten beide gemeinsam. Wolfgang hatte natürlich in den Jahren davor bereits Bühnenerfahrung gesammelt und entpuppte sich als Gaudilokomotive. Von da an war “WW” das Zugpferd des RNC, sowohl als 1. Vorsitzender wie auch als Präsident war der Verein immer in besten Händen. “WW” hatte das Geschick, den Funken überspringen zu lassen und das närrische Volk hing an seinen Lippen. Seit dem 16.05.2003 wird der Verein von Klaus Schlör als 1. Vorsitzender, Georg Bick als Stellvertreter und Michael Althaus als Präsident repräsentiert.
2003 war der letzte Fasching in der 1. Reichelzer Halle (Turnhalle) erstmals mit dem neuen, ganz jungen Präsidenten(29) Michael Althaus, welcher die Feuertaufe mit Bravour bestand. Michael führte wortgewandt mit viel Witz und Humor durch die vier Sitzungen. Die Akteure des Reicholzheimer Faschings waren und sind von der “Pike” an mit Leib und Seele närrisch und engagiert für den Verein. Das zeigen die Programme, die Auftritte, Bühnenstücke, Gesangsnummern, Tänze Bühnenbilder und Aufbauten, Kapellen, Technik, etc. - einfach alles was zum Fasching dazugehört! - .
Das Jahr 2004 ist ein ganz besonderes Jahr für den Reichelzer Fasching und den RNC. 55 närrische Jahre in Reicholzheim wurden gebührend gefeiert. Im Januar wurde, weil wir keine Halle hatten, die erste Open-Air-Fremdensitzung mit anschliessender SWR 3 - Dance-Night abgehalten. Eine megageile Veranstaltung und viel viel Arbeit. Im Namen des Vereins nochmals herzlichen Dank an ALLE die dazu beigetragen haben. Im Sommer dann der tolle Faschingsumzug mit Fahne, Ehrenpräsident und Ehrenelferratswagen und schier unzähligen einheimischen und auch auswärtigen Fussgruppen, Motivwagen und Kapellen, welcher mit drei Salutschüssen vom Kanonier Richard Amend vom Heiligen Weinberg (neuer Weg) aus abgefeuert und somit gestartet wurde.
Im Januar 2005 steigt die erste Fremdensitzung in der neuen (zweiten) Turn und Festhalle.
Reichelze Helau
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